Wissen, Geschichte und Tipps rund um Massage – aus unserem Studio in Lampertheim.
Massage-Wissen
Herkunft, Traditionen und kleine Geschichten rund um Thai-Massage, Hot Stone, Öl-, Kopf- und Fußmassage – erzählt von Thai-Massage Monthatong in Lampertheim.
Die Geschichte der Kopfmassage
Einleitung
Zwei Hände legen sich auf den Kopf. Die Fingerkuppen setzen auf, ganz ruhig. Dann beginnen kleine Kreise. Viele Gäste merken erst in diesem Moment, wie lange niemand mehr ihren Kopf berührt hat. Außer der Friseur. Und der hat meist anderes im Sinn.
Fragt man nach der Herkunft, landet man schnell bei großen Worten. Viertausend Jahre Ayurveda. Uraltes Tempelwissen. Je nach Prospekt.
Die Geschichte ist alltäglicher und schöner. Sie spielt in indischen Wohnzimmern und bei Barbieren am Straßenrand. Sie macht Station in einem Badehaus in Brighton. Und sie bekommt ihre heutige Form erst in London, Anfang der Achtziger. Am Ende dieses Beitrags zeigen wir Ihnen außerdem, wie Sie sich selbst eine kleine Kopfmassage gönnen. Am Schreibtisch. In drei Minuten.

1. Indien: Öl, Familie, Champi
In Indien beginnt die Kopfmassage nicht im Studio. Sie beginnt zu Hause. Mütter ölen das Haar ihrer Kinder. Großmütter das ihrer Enkelinnen. Kokosöl im Süden, Senföl im Norden, dazu Sesam oder Mandel, je nach Region und Jahreszeit. Man sitzt auf dem Boden, jemand sitzt dahinter. Man redet. Oder man schweigt.
Das Wort dafür ist Champi. Es gehört zum Alltag wie Kochen und Kämmen. Die ayurvedische Lehre kennt das Ölen des Kopfes unter eigenem Namen und hat ihm viele Bedeutungen gegeben. Das ist eine Tradition und ein Weltbild. Für die meisten Familien war es schlicht ein Ritual, das zusammenhält.


2. Der Barbier und das Lied vom Öl
Neben der Familie gab es den Barbier. Lange bevor es Friseursalons gab, kam er ins Haus. Er schnitt Haare und Bärte. Und zum Schluss gab es oft eine kräftige Kopfmassage. Für Wohlhabende gehörte er fest zum Haushalt. Für alle anderen saß er am Straßenrand, auf dem Markt, am Strand.
Wie selbstverständlich das war, zeigt ein Film. In „Pyaasa“ von 1957 zieht der Schauspieler Johnny Walker als Ölmassierer durch die Straßen und singt dazu „Sar Jo Tera Chakraye“. Wenn dir der Kopf schwirrt, komm her. Das Lied ist bis heute bekannt. Der Beruf ist es auch.
3. 1814, Brighton: Ein Wort reist nach England
Das englische Wort „shampoo“ stammt aus dem Hindi. Champo, von champna: drücken, kneten. Im Englischen taucht es 1762 auf. Gemeint war damals keine Seife. Gemeint war Massage.
Berühmt machte es Sake Dean Mahomed. Geboren in Indien, kam er über Irland nach England und eröffnete 1810 in London das erste indische Restaurant des Landes. Es lief nicht. 1814 zog er nach Brighton und eröffnete am Meer ein Badehaus. Warmes Meerwasser, Dampfbäder mit Kräutern und das „Shampooing“: eine Massage mit indischen Ölen. Sogar die Könige Georg IV. und Wilhelm IV. kamen zu ihm. Er durfte sich königlicher „Shampooing Surgeon“ nennen.

Mahomed warb mit sehr großen Versprechen. So dürfte heute niemand mehr werben. Und das ist gut so.
Das Wort aber blieb. Und es wanderte. Um 1860 bedeutete „shampoo“ im Englischen schon das Waschen der Haare. Aus der Massage war ein Pflegeprodukt geworden. Den Kopf zu massieren, das vergaß Europa für über hundert Jahre fast wieder.
Hinweis: Wenn Sie das nächste Mal Shampoo kaufen, halten Sie ein indisches Wort für Kneten in der Hand. Nur das Kneten ist unterwegs verloren gegangen.

4. Thailand: Der Kopf als höchster Teil
In Thailand gilt der Kopf als der höchste und ehrwürdigste Teil des Körpers. Man streicht Kindern nicht einfach über das Haar. Man berührt den Kopf eines Fremden nicht im Vorbeigehen. Wer es doch tut, braucht Erlaubnis und gute Gründe.
Deshalb ist es ein Zeichen von Vertrauen, wenn die Masseurin am Ende einer traditionellen Thaimassage zum Kopf kommt. In vielen Abläufen bilden Kopf, Gesicht und Nacken den ruhigen Schluss. Leise. Langsam. Mit wenig Druck.
5. 1973 bis 1981: Narendra Mehta bringt den Barbier nach London
1973 kam Narendra Mehta aus Mumbai nach England, für eine Ausbildung in Krankengymnastik. Er war seit seiner frühen Kindheit blind und hatte sein Leben lang Kopfmassagen beim Barbier bekommen. In England gab es das nicht. Selbst bei Ganzkörpermassagen wurde der Kopf einfach ausgelassen.
1978 reiste er zurück nach Indien. Er ließ sich massieren, wo immer es ging. Bei Barbieren, an Straßenecken, am Strand, in Familien. Jeder hatte seine eigene Technik. Mehta sammelte, ordnete und erweiterte die Griffe auf Gesicht, Nacken, Schultern und Oberarme. Dazu kamen Vorstellungen aus dem Ayurveda, etwa über Chakren. Das blieb seine Lehre, keine Messung.
1981 stellte er seine „Indian Champissage“ auf der Messe „Mind, Body and Spirit“ in London vor. Später gründete er mit seiner Frau Kundan ein eigenes Zentrum in London. 1999 erschien sein Buch. Seitdem kennt Europa die „Indische Kopfmassage“. Alt und jung zugleich.
6. Selbstmassage: Drei Minuten am Schreibtisch
Eine kleine Kopfmassage können Sie sich auch selbst gönnen. Zwischen zwei Terminen. Sie brauchen dafür nichts außer Ihren Händen.
Erstens: Setzen Sie sich aufrecht hin, beide Füße auf dem Boden. Lassen Sie die Schultern sinken und atmen Sie dreimal ruhig ein und aus.
Zweitens: Setzen Sie die Fingerkuppen beider Hände auf die Kopfhaut, am Haaransatz über der Stirn. Machen Sie kleine, langsame Kreise. Bewegen Sie dabei die Kopfhaut, nicht nur die Haare. Wandern Sie Stück für Stück nach hinten bis zum Hinterkopf. Etwa eine Minute.
Drittens: Legen Sie die Fingerkuppen auf die Schläfen. Ganz leicht. Kreisen Sie langsam, zehnmal in jede Richtung.
Viertens: Legen Sie die Hände an den Hinterkopf. Mit den Fingerkuppen streichen Sie entlang des Haaransatzes im Nacken, von der Mitte nach außen. Lassen Sie den Kopf dabei ein wenig nach vorn sinken.
Zum Schluss fahren Sie mit gespreizten Fingern wie mit einem Kamm durch das Haar. Hände ausschütteln. Augen öffnen. Weiter geht es.
Hinweis: Sanft ist hier richtig. Es soll sich angenehm anfühlen, nie unangenehm. Wenn Sie Verletzungen an Kopf oder Nacken haben, kürzlich operiert wurden oder schwanger sind, fragen Sie vorher Ihren Arzt. Die Selbstmassage ist eine kleine Wohlfühlpause und ersetzt keinen Arztbesuch.

Was das im Alltag bedeutet
Die eigenen Hände sind ein schöner Anfang. Aber sie bleiben die eigenen Hände. Wer selbst massiert, arbeitet mit. Wer massiert wird, darf einfach loslassen. Das ist der Unterschied.
Bei Monthatong in Lampertheim gibt es die Kopfmassage als eigene Anwendung: sanfte Griffe an Kopf, Nacken und Kiefer. Druck und Tempo stimmen wir auf Sie ab. Sie dauert 30 Minuten für 39 € oder 60 Minuten für 53 €. Gut für die Mittagspause. Gut, wenn der Kopf voll ist. Und gut als Ergänzung zu anderen Anwendungen.
Sagen Sie uns vorher Bescheid, wenn Sie Verletzungen an Kopf oder Nacken haben, schwanger sind oder etwas anderes wichtig ist. Die Kopfmassage ist eine Wellnessanwendung. Sie ersetzt keinen Arztbesuch.
Hinweis: Kommen Sie so, wie Sie sind. Wenn Sie danach noch einen Termin haben, planen Sie ein paar Minuten für die Frisur ein.
Schluss
Die Kopfmassage hat keine einzige Geburtsurkunde. Sie hat Mütter mit Ölschalen, Barbiere am Straßenrand, ein Badehaus in Brighton und einen blinden Mann aus Mumbai, der in London vermisste, was zu Hause selbstverständlich war.
Wer das erzählt, nimmt ihr nichts. Die Hände werden nicht anders, nur die Geschichte ehrlicher. Was bleibt, ist einfach. Fingerkuppen auf der Kopfhaut. Ruhige Kreise. Eine halbe oder ganze Stunde, in der Ihr Kopf einmal nichts tun muss.
Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr, Samstag von 10 bis 18 Uhr. Ihren Termin können Sie direkt online buchen.
Danach fahren Sie sich einmal durchs Haar. Draußen ist wieder Lampertheim.
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